Amaranth, Superfood aus Südamerika, Rezepte & Wiki

Viele der modernen Superfoods stammen aus Südamerika, so auch der Amaranth, das auch als Pseudogetreide bezeichnet wird. Schon die Azteken wussten um die wertvollen Inhaltsstoffe der Samen, die man wahlweise kochen, puffen oder mahlen kann. Die meisten Nährstoffe enthalten sie jedoch, wenn sie gekeimt sind.

In vielen leckeren Rezepten wird Amaranth mit Quinoa und Hirse kombiniert, die Blätter der Pflanze kann man wie Spinat zubereiten. Menschen, die eine Glutenunverträglichkeit haben, finden im Amaranth eine hervorragende Alternative zum Weizen. Die Samen, einen leicht nussigen Geschmack haben, verfeinern Müslis oder können auch als Snack zwischendurch verzehrt werden.

Weltweit gibt es mehr als 60 Arten von Amaranth

Quelle: Pixabay

Amaranth-Pflanzen sind robust und winterhart und können sogar bei uns im Garten angepflanzt werden. Ein einziges Exemplar kann bis zu 60.000 Samen hervorbringen, diese sind etwa so groß wie Mohnkörner. Man ist sich nicht ganz sicher, woher die Samen ihren Namen haben, entweder von der deutschen Lautschrift „Amaraino“ abgeleitet, was so viel wie „unvergänglich“ heißt, er könnte aber auch aus dem Griechischen kommen. Erwähnung fand das Pseudogetreide bereits in Aufzeichnungen aus dem ersten Jahrhundert nach Christus.

Weltweit zählt man rund 60 Arten dieses Krautgewächses, welches die Wärme liebt und überwiegend in Steppen oder Ödland gedeiht. Die größte Artenvielfalt gibt es in Nordamerika, hier sind es rund 40 verschiedene. Bei uns in Europa kennt man nur zwei Arten, alle anderen wurden importiert, so dass man hier mittlerweile auch mehrere Sorten findet. Der Amaranth gehört zu den ältesten Nutzpflanzen der Welt, für die Mayas und Inkas waren sie ein Grundnahrungsmittel, bei den Azteken überstieg der Wert sogar den von Gold.

Die wertvollen Inhaltsstoffe des Amaranth

Wer sich gesundheitsbewusst ernähren möchte, sollte Amaranth unbedingt regelmäßig in seinem Speiseplan berücksichtigen. Zunächst wäre da der sehr hohe Gehalt an Protein, was das angeht, können die Samen mit Milch mithalten. Während auf eine Tasse Reis etwa 13 Gramm Eiweiß kommen, sind es beim Amaranth schon 28 Gramm. Untersuchungen haben ergeben, dass die Qualität der Proteine enorm hoch ist, enthalten sie alle essentiellen Aminosäuren, die unser Organismus nicht selbst herstellen kann. Darunter ist zum Beispiel auch das Lysin, das in kaum einem Getreide vorkommt. Darüber hinaus sind die Eiweiße im Amaranth auch viel bekömmlicher, wenn man einen Vergleich mit Weizen anstellt.

Auch in puncto Mineralien kann der Amaranth überzeugen, er liefert mehr davon als die meisten Gemüsearten. Besonders hoch ist der Gehalt an Magnesium, Kalzium und Kupfer, dazu kommen noch Eisen, Zink, Phosphor und Kalium. Ballaststoffe sind im Amaranth auch enthalten, der Gehalt liegt bei rund 18 Milligramm pro Tasse, beim Reis sind es gerade einmal knapp 3 Milligramm sind. Vitamine sind in den Samen ebenfalls vertreten, darunter die Vitamine C, E, A, K, B5, B6, Riboflavin, Niacin und Folsäure. Somit ist Amaranth unter den Getreidearten das einzige, welches Vitamin C enthält. Die Samen bestehen bis zu 10 Prozent aus Öl, den größten Anteil machen die ungesättigten Fettsäuren aus.

Das kann der Amaranth für unsere Gesundheit tun

Die Inhaltsstoffe des Amaranth haben einen extrem positiven Einfluss auf die Gesundheit des Herzens. Zum einen bekämpfen sie Entzündungsprozesse im Körper, und zum anderen regulieren sie den Cholesterinspiegel. Die in den Samen enthaltenen Öle, Peptide und Phytosterolen senken die Triglyceride und das schlechte LDL-Cholesterin gleichermaßen. Das führt in der Folge auch zu einer Senkung des Blutdrucks und verhindert Ablagerungen von Plaque in den Blutgefäßen, so dass das Herz-Kreislauf-System auf verschiedene Art und Weise geschützt wird.

Die Öle und Peptide hemmen also Entzündungen, so dass auch eine Schmerzlinderung erfolgt. Patienten, die unter chronischen Krankheiten leiden, die mit Entzündungen einher gehen, können also in besonderem Maße vom Genuss des Amaranth profitieren, das ist zum Beispiel bei Schlaganfällen, diversen Erkrankungen des Herzens und bei Diabetes der Fall.

Die Blätter der Pflanze enthalten unter anderem das Flavonoid Rutin, welches in Studien eine gute Wirkung gegen Krampfadern gezeigt hat, da es die Wände der Kapillaren stärkt. In den Samen ist hingegen nur wenig Rutin vorhanden. Die Peptide im Amaranth vermögen jedoch noch wesentlich mehr, sie können auch einen gewissen Schutz vor Krebserkrankungen bieten. Dafür sorgen zusätzlich noch die Antioxidantien, die Zellschäden durch die Einwirkung freier Radikale verhindern können.

Für Sportler ist Amaranth ein ideales Nahrungsmittel, denn der Gehalt an Kohlenhydraten ist gering, die Fette gesund und die Proteine gut verwertbar. Wenn man die Samen mit anderen Getreidesorten vergleicht, so ist die Menge an Kohlenhydraten mit rund 56 Gramm sehr gering. Ein Großteil entfällt auf Ballaststoffe, die nicht nur die Verdauung fördern, sondern auch für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl sorgen. Dank der Kombination aus essentiellen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren wird die Fettverbrennung angekurbelt, und das sogar im Ruhezustand. Die Inhaltsstoffe des Amaranth spenden Energie und können die Leistung und Ausdauer beim Sport verbessern.

Zusammenfassung der positiven Effekte des Amaranth:

  • Bekämpfung von Entzündungsprozessen
  • Senkung des Cholesterinspiegels und des Blutdrucks
  • Verhinderung von Ablagerungen in den Gefäßen
  • Schutz vor Krampfadern und Krebserkrankungen
  • Abwehr von freien Radikalen
  • Förderung der Verdauung
  • Anregung der Fettverbrennung
  • Leistungssteigerung bei Sportlern

Tipps für den Kauf und die Verwendung von Amaranth

Wenn man Amaranth kaufen möchte, sollte man sich Online,in Naturkostläden oder im Reformhaus umschauen. Hier erhält man das Pseudogetreide wahlweise in gepoppter Form, als Mehl, Öl oder Korn, je nach Produkt können die Preise auch recht stark variieren. Die gepuffte Variante ist günstiger, für die Samen muss man bei einem Kilo mit Preisen zwischen fünf und fünfzehn Euro rechnen.

Möchte man das Mehl zum Backen verwenden, sollte man es am besten im Verhältnis 50:50 mit normalem Mehl mischen, damit auch Gluten vorhanden ist, so dass ein lockerer Teig gelingt. Amaranth-Öl kann für kosmetische Zwecke dienen, oder man verfeinert verschiedene Gerichte damit. Aus Amaranth kann man auch selbst Popcorn herstellen, indem man die Körner einfach in einem Topf ohne Zugabe von Öl erhitzt.

Soll der Amaranth gekocht werden, spült man die Samen vorher erst in einem Sieb unter Wasser gut ab. Die Menge an Wasser sollte immer doppelt so groß sein, darin lässt man den Amaranth kurz aufkochen und dann bei schwacher Hitze rund 25 Minuten köcheln. Dann nimmt man die Samen vom Herd und lässt sie noch etwa 10 Minuten quellen. Möchte man die Blätter des Amaranth als Gemüse zubereiten, sollte man nur die jungen Blätter verwenden, die älteren könnten einen bitteren Geschmack haben. Die Zubereitung gleicht dann der von Spinat.

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