Leinöl

Leinöl zählt zwar zu den Lebensmitteln, es gehört aufgrund seiner wertvollen Inhaltsstoffe jedoch zu den Ölen, die auf vielfache Weise einen positiven Effekt auf den menschlichen Organismus haben. Einer der wichtigsten Bestandteile des Leinöls sind die hochwertigen Omega-3-Fettsäuren, an denen es vielen Menschen mangelt. Doch gerade diese Fettsäuren sind so essentiell für viele Körperfunktionen, weshalb der Bedarf an Omega-3-Fettsäuren unbedingt gedeckt werden sollte.

Es gibt eine ganze Reihe an hochwertigen Pflanzenölen, doch der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren ist in keinem so hoch wie im Leinöl, es enthält sogar mehr davon als Fisch. Eigentlich ist das logisch, denn Fisch besteht ja nicht nur aus Öl, während Leinöl ja konzentriertes Fett ist. Integriert man das Leinöl nun in seinen Ernährungsplan, kann man schon mit einer ganz geringen Menge den täglichen Bedarf problemlos decken, selbst wenn man keinen Fisch mag.

Gewonnen wird das Leinöl überwiegend aus Leinsamen, normalerweise werden keine anderen Öle oder Zusatzstoffe hinzugefügt, unter Umständen kommen noch andere Leinarten außer dem Öllein, botanisch als Linum usitatissimum bezeichnet, zum Einsatz. Leinsamen wird überwiegend im Osten der Türkei, in Ägypten, im Iran und in Syrien angebaut, doch inzwischen findet man auch Anbaugebiete in Europa, hier vor allem in der Lausitz.

Auf die Qualität des Leinöls kommt es an

Leinöl ist nicht gleich Leinöl, beim Kauf sollte man also unbedingt auf ein qualitativ hochwertiges Produkt achten. Die Abfüllung muss unbedingt direkt nach der Pressung so erfolgen, dass kein Sauerstoff an das Öl gelangt, danach ist eine kühle Lagerung wichtig. Nicht nur Sauerstoff wirkt sich negativ auf die Qualität des Leinöls aus, sondern auch Licht, weshalb eine Abfüllung in Dosen oder dunkle Flaschen wichtig ist. Ein hochwertiges Leinöl zeichnet sich auch dadurch aus, dass nur die Saat aus biologischem Anbau verwendet wird.

Wie bei allen gesunden Lebensmitteln, sollte auch das Leinöl so naturbelassen wie möglich sein, demnach sollten die Trübstoffe noch vorhanden sein. Es ist empfehlenswert, das Leinöl im Gefrierschrank aufzubewahren, es bleibt bis zu einer Temperatur von -20 Grad flüssig, so kann man es besonders lang aufbewahren. Hat man den Behälter einmal geöffnet, muss der Inhalt innerhalb von vier Wochen aufgebraucht werden, die Aufbewahrung erfolgt nach dem Öffnen im Kühlschrank.

Die wertvollen Inhaltsstoffe des Leinöls

Den Hauptbestandteil des Leinöls machen mit rund 74 Prozent die mehrfach ungesättigten Fettsäuren aus, darunter zum Beispiel die Linolensäure. Somit besteht das Leinöl überwiegend aus den Omega-3-Fettsäuren, dazu kommt noch eine Omega-6-Fettsäure sowie eine Omega-9-Fettsäure. Darüber hinaus sind im Leinöl auch noch rund 16 Prozent einfach gesättigte Fettsäuren enthalten sowie etwa 10 Prozent gesättigte Fettsäuren.

Auch wenn der Anteil an Ölen natürlich am höchsten ist, enthält das Leinöl auch noch wichtige Vitamine, wie zum Beispiel die Vitamine C, D, E, B1 und B2. Dazu kommen dann noch zahlreiche Mineralstoffe und einige Spurenelemente. Außerdem sind im Leinöl auch sekundäre Pflanzenstoffe vorhanden, die eine antioxidative Wirkung haben und den Körper vor freien Radikalen schützen können. Die so genannten Phytohormone haben eine ähnliche Wirkung wie das Östrogen, sie können somit auch den natürlichen Alterungsprozess hinauszögern, außerdem bieten sie einen gewissen Schutz vor Krebserkrankungen.

Die positiven Effekte des Leinöls auf den menschlichen Körper

Die im Leinöl in großer Menge enthaltenen Omega-3-Fettsäuren haben sich vor allem bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bewährt. Doch das ist noch längst nicht alles, was die wertvollen Inhaltsstoffe des Leinöls dem Organismus Gutes tun können. Zum einen wären da die Augen, die in hohem Maße vom Leinöl profitieren, denn es kann die Sehkraft verbessern. Mangelt es dem Körper an Omega-3-Fettsäuren, so kann sich dies auch in einem Nachlassen des Denkvermögens äußern, sogar Veränderungen des Wesens und Depressionen können die Folge sein. Führt man dem Körper Omega-3-Fettsäuren zu, wird man schnell merken, dass die Konzentrationsfähigkeit steigt und man grundsätzlich ausgeglichener ist.

In einer Studie konnte nachgewiesen werden, dass sich die Einnahme von Leinöl auch positiv auf die Blutfettwerte auswirkt. Wurden täglich ein Esslöffel Leinöl und drei Scheiben Leinsamenbrot konsumiert, hatten sich die Werte nach etwa drei Monaten sichtlich verbessert. Auch der Blutzuckerspiegel profitiert vom Leinöl, denn nach den Mahlzeiten steigt der Wert längst nicht so schnell in die Höhe. Das Risiko für die Entstehung von Diabetes ist dann besonders hoch, wenn der Blutzucker nach dem Essen stark ansteigt, somit hätte man eine hervorragende Prophylaxe. Ist jemand bereits an Diabetes erkrankt, kann man durch die Einnahme des Leinöls häufig die Menge an Insulin reduzieren.

In England führten Ärzte eine andere Untersuchung bei Patienten mit einer Nierenerkrankung durch. Im Verlauf der zweijährigen Studie verbesserten sich die Nierenwerte der Probanden deutlich. Entzündungen werden durch die Inhaltsstoffe gehemmt, während die allgemeine Funktion der Organe gefördert wird.

In Deutschland konzentrierte man sich bisher auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Gabe von Omega-3-Fettsäuren und dem Blutdruck. In einer Studie bekamen die Probanden am Tag 60 ml Leinöl, der Blutdruck konnte dadurch merklich gesenkt werden. Auch mit Sonnenblumenöl und Olivenöl wurde eine solche Untersuchung durchgeführt, jedoch nicht mit dem gleichen Effekt.

Die unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten des Leinöls

Um den täglichen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren mit Hilfe von Leinöl zu decken, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Zum einen kann man das Leinöl pur einnehmen, empfehlenswert sind zwei Esslöffel vor dem Frühstück, dies ist gerade bei einer trägen Verdauung sinnvoll.

Wenn man den Geschmack des Leinöls gar nicht ertragen kann, muss man trotzdem nicht auf die vielen positiven Effekte verzichten. In diesem Fall nimmt man zweimal am Tag zwei Leinöl-Kapseln mit etwas Wasser ein.

Natürlich kann man das hochwertige Leinöl auch einfach für die Zubereitung von Speisen oder Smoothies verwenden. Leinöl eignet sich hervorragend für ein Salatdressing, man kann aber auch Gemüse oder einen Obstsalat damit verfeinern, in der Küche ist das Öl äußerst vielseitig einsetzbar.

Leider ist das naturbelassene Leinöl sehr instabil, es kann sogar noch im Körper oxidieren. Dies kann man verhindern, indem man schwefelhaltige Aminosäuren zur gleichen Zeit zu sich nimmt, zum Beispiel in Form von Milchprodukten wie Quark. Solche Aminosäuren sind außerdem in Zwiebeln, Paprika, Bärlauch, Lauch, Knoblauch und Schnittlauch enthalten oder in den Getreidesorten Buchweizen, Amaranth und Hirse.

Häufig hört man, dass Leinöl giftig sein könnte, da es Blausäure enthält. Es kommt jedoch immer auf die Dosierung an, man müsste schon täglich mindestens 100 ml von dem Öl zu sich nehmen, damit es zu irgendwelchen Vergiftungserscheinungen kommt.